Couchsurfing im Hippieparadies

Couchsurfen im Hippieparadies - Auf Rossas TerrasseIn der Nähe von Skibbereen im County Cork wohnt Rossa. Rossa ist ein Waldarbeiter mit eigener kleiner Farm und er ist unser erster Couchsurfing-Host. Wir freuen uns: Eine kleine Farm, Baumhäuser, viel Platz, das wird toll! Das Auto quält sich den Berg hoch, schließlich durch die Wildnis, hier soll das sein? Petra will am Liebsten umdrehen. Doch des Einen Leid ist des Anderen Glück: Mitten auf dem lila leuchtendem erikabewachsenen Berg steht ein Indianerhaus. Das Wohnzimmer ist rund, darin eine Hänge- und eine Yogamatte, Gitarren, und davor eine kupferne Badewanne mit Rundumblick. Kleinere Baumhäuser nebenan, ein absolutes Paradies! Begeisterung. Bei den Kindern und Alex. Das erinnert an frühere Bauwagenzeiten und das macht glücklich.

Couchsurfen im Hippieparadies - Alptraum oder Traum?Entsetzen bei mir. Soll das ein Witz sein? Alles ist staubig, dreckig, unaufgeräumt. Wohnt hier ein Messi? Ist das der Platz, wo wir schlafen sollen? Oh Gott! Das Haus steht auf Stelzen. Meterhoch über dem Abgrund. Die Kinder könnten, die Kinder werden abstürzen. Die Erleichterung, die sich einstellt, als Rossa endlich selbst erscheint und erklärt, dass das sein Haus sei, kehrt sich schnell ins Gegenteil. Das Haus für uns – oder ist es eher ein Zelt? –  jedenfalls ist es sehr rudimentär – ist nicht nur noch staubiger und noch dreckiger, es hat auch keinen Strom, keine Toilette, kein Wasser und nur eine alte Matratze, mit Decken und Kissen, die natürlich nicht bezogen sind. HIER SOLLEN WIR SCHLAFEN?! No way!! Aber doch, oh ja!!

Couchsurfen im Hippieparadies - Das ZelthausRossa entschuldigt sich damit, dass am Tag vorher hier dreihundert Leute ein Festival gefeiert haben und er noch keine Zeit zum Saubermachen hatte. Die bunten Holzpilze, die in der Walachei liegen sprechen ihre eigene Sprache.  Ich denke, hier ist noch nie sauber gemacht worden und schnappe mir einen Besen. Denn natürlich bleiben wir. Im Gewächshaus dürfen wir Walderdbeeren ernten, so große haben wir noch nicht gesehen. Ich lasse mich sogar zu einer zweiten Nacht überreden, obwohl wir uns im – wirklich idyllischen- Bach waschen müssen. Die Badewanne könnte mit dem Holzofen angeheizt werden, hält dann aber angeblich zwei Tage. Ausprobieren wollen wir es unbedingt das nächste Mal – denkt Alex. Nie im Leben – denke ich.

 

Petra
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Petra

TV-Journalistin, Autorin, Entrepreneurin bei Ackerperlen
Ich bin Petra, Mutter zweier toller Jungs und seit 2007 mit meiner Liebe Alexandra verheiratet. Zusammen mit ihr betreibe ich diesen Blog. Darüber hinaus bin ich Jounalistin und Autorin, habe viele Jahre fürs Fernsehen gearbeitet und male, wenn mir die Zeit bleibt, leidenschaftlich gern großformatige Bilder. In meinem TV-Job habe ich die spannenden Geschichten von Talkshow-Gästen vorbereitet. Von August 2014 bis August 2015 habe ich mit meiner Familie eine einjährige Weltreise gemacht. Danach haben wir als Konsequenz der Reise unseren eigenen Bio-Hof "Ackerperlen" gegründet. Das Abenteuer geht also weiter.
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